Mein eigener Weg: vom zwanghaften Konsum zu echter innerer Freiheit
Ich habe im Alter von 14 Jahren begonnen, Pornos zu konsumieren. Ich wollte das eigentlich nicht, habe mir immer wieder vorgenommen, damit aufzuhören. Aber ich hatte keine Kontrolle, das war wie ein Automatismus. In den ersten Jahren habe ich gelegentlich Pornos geschaut, ab Anfang 20 dann täglich oder mehrfach täglich. Rückblickend sehe ich, wie immens viel Energie, Kreativität und Freude mich das gekostet hat, in persönlichen genauso wie in beruflichen Dingen.

Damals war mir das einfach nicht klar. Ich hatte ja Beziehungen, und ich hatte ja Erfolg in Studium und später im Job, als Journalist. (Dass sich nichts davon wirklich erfüllend angefühlt hat, war noch mal ein anderes Thema.) Auch andere Männer, die ich kannte, konsumierten Pornos, dachten sich scheinbar nichts dabei. Ich schämte mich dafür. Aber irgendwie schien es mir fast dazuzugehören. Und gezielte Angebote zur Überwindung von Pornoabhängigkeit? Gab es damals noch nicht.
Mein tiefer innerer Wunsch: ein erfüllteres, freudigeres Leben
Zu Anfang meiner 30er Jahre wurde mein Wunsch nach einem bedeutungsvollerem, freudigerem, erfüllterem Leben immer stärker. Ich lernte Männer mit weiter entwickeltem Bewusstsein kennen und begriff bald zwei Dinge: 1.) Ich bin nicht allein. Pornos sind für viele Männer ein Problem, das sie ohne Unterstützung nicht mehr in den Griff bekommen. 2.) Der Schaden, den Pornos in meinem Leben anrichten, ist gewaltig!
In mir begann sich etwas zu bewegen. Ich machte eine neue Erfahrung: Manchmal spürte ich wie bisher den Impuls, Pornos zu schauen – und dann aber auch noch einen anderen Impuls, der von irgendwo tief in meinem Körper kommend mit Klarheit sagte: “Nein! Das würde sich jetzt wirklich nicht gut anfühlen.” Es gab erste Phasen, in denen ich weniger oder gar keine Pornos schaute. Und dann wieder Tage, an denen ich stundenlang konsumierte. Bis ich für drei Monate in ein kalifornisches Zen-Kloster zog, um dort an einer intensiven Praxisperiode teilzunehmen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Jahre lang Zen-Meditation praktiziert. Doch was ich jetzt erlebte, hatte eine besondere Intensität. Aufstehen um 4 Uhr morgens, meditieren, arbeiten, noch mehr meditieren und arbeiten, kaum Pausen, dann um 9 Uhr abends ins Bett. Für Pornos: keine Zeit, keine Energie! Ich stellte irgendwann erstaunt fest, dass sie mir gar nicht fehlten.
Der Bann war gebrochen, der Drang und Zwang war weg
Auch nach der Zeit im Kloster war das Verlangen, Pornos zu konsumieren, kaum mehr spürbar. Ich bin danach nicht gleich komplett abstinent geblieben. Aber der Bann war gebrochen, der Drang und Zwang war weg. Ich fühlte mich allgemein, auch in Bezug auf andere Lebensfragen, viel freier, irgendwie wahrhaftiger. Ich habe dann weiter Zen praktiziert, insgesamt drei Jahre lang in Zentren und Klöstern mit streng strukturierten Tagesabläufen gelebt und gleichzeitig begonnen, intensiv psychotherapeutische Methoden zu studieren.
Wie lässt sich die innere Freiheit, die ich im Kloster erlebt habe, auch im Alltag kultivieren? Das war die Frage, die mich immer mehr motivierte. Denn natürlich hat nicht jeder Mann die Möglichkeit, mal eben für längere Zeit ins Zen-Kloster zu gehen. Und ausserhalb des Klosters braucht es andere, spezifischere Arten der Unterstützung – das wurde mir im Verlauf meiner psychotherapeutischen Ausbildungen sehr deutlich. Seit 2020 unterstütze ich Menschen deshalb mit spezifischen Kursen, Workshops und individuellen Sessions.
Das Angebot, das ich mir damals selbst gewünscht hätte
Heute biete ich also genau das, was mir selbst früher gefehlt hat: Gezielte Psychotherapie für Männer, die sich von zwanghaftem Pornokonsum befreien wollen. Fachlich fundiert und gleichzeitig mit der Haltung eines Menschen, der durch seine eigene Geschichte ein besonderes Verständnis für das Thema hat – und für die betroffenen Männer.